7. Montafoner Kulturnacht



Sibertal, Freitag 18. September 2026, ab 18 Uhr


Programm:
18:00-18:45 Uhr Montafoner Museen - Begrüßung; Montafoner Sagenfestspiele – Blick hinter die Kulissen Freilichtbühne Silbertal
18:45-19:00 Gehzeit zur Kirche
19:00-20:00 Markus Felbermayer - Orgelführung mit Johannes Hämmerle - Pfarrkirche Silbertal
20:05-20:35 MAP - KEHRT UM ! Zwei Photographien von Hermann Präg - Kristbergbahn Talstation
20:40-20:50 KFM / Roland Haas: "Floating Sones" von Johannes Ludescher - Video und Schwebende Steinobjekte- Vereinshaus Silbertal, anschließend Bäuerinnenbuffet "bewusst montafon" – auf Einladung von Montafon Tourismus, herzlichen Dank!

zu Hannes Ludescher (*1947): Seit Jahren fertigt der Vorarlberger Künstler mit größter Akribie Simulacren von Findlingen, die in Wirklichkeit tausendfache Vergrößerungen vorgefundener Gebirgssteine sind. Der Ablauf ist beharrlich derselbe. Der Arbeitsprozess beginnt mit der Suche im oft unwegsamen Gelände, setzt sich fort mit dem exakten Vermessen von Fundobjekten und endet in äußerst zeitaufwendigen Konstruktionen aus Zweigen und darübergespanntem naturalistisch bemaltem Aquarellpapier. Und trotz dieser verblüffenden handwerklichen Geschicklichkeit hat es den Anschein, dass sich für Ludescher Kunst nicht auf der banalen Kunst–kommt–von–Können­Ebene abspielt (auch wenn ihm dies immer wieder unwissentlich unterstellt wird), sondern sich aus einem geradezu obsessiven Kunst–kommt–von–Müssen ableitet.

Und obwohl der Künstler sich ausschließlich einer Sache widmet, ist er in seinen Möglichkeiten alles andere als eingeschränkt. Im Gegenteil: Kein Stein gleicht dem anderen. Weder in der Natur noch auf dem Papier. Die Steine des Anstoßes ermöglichen dem Künstler einen qualitativen Sprung ins Reich der Freiheit – er befreit sich damit von sich aus vom Anspruch, mit einem Höchstmaß an Selbstbestimmung seinen künstlerischen Weg gehen zu müssen, er läßt sich stoßen, um in der künstlerischen Weiterführung anzustoßen. Hannes Ludescher wiegt sich in Sicherheit, so als ob er sich von einer unumstößlichen metaphysischen Lebensregel leiten ließe, die besagt, sich mit dem Vorgefundenen abzufinden und daraus das Beste zu machen, auch wenn es so unbedeutend und unscheinbar ist wie eben ein Stein im Gebirge. (Roland Jörg)